A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
B
Budgetierte Leistungserbringer
„Budgetiert“ bedeutet einfach gesagt: Ein bestimmter Geldbetrag wird im Voraus für etwas eingeplant oder festgelegt.
Der Großteil der Leistungserbringer in der Eingliederungshilfe für Erwachsene hat sich in Nordfriesland mit dem Kreis auf eine feste Summe geeinigt, die Sie für ihre zu erbringenden Leistung in der Eingliederungshilfe und in der sozialräumlichen Arbeit erhält.
Man spricht also hier von den budgetierten Einrichtungen.
E
Eingliederungshilfe für Erwachsene (EGH E)
Eingliederungshilfe für Erwachsene ist eine Form der sozialen Unterstützung, die darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und ihre Selbstständigkeit zu fördern. Sie ist im Sozialgesetzbuch (SGB) IX verankert und umfasst verschiedene Leistungen, die individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt sind.
Das Ziel der Eingliederungshilfe für Erwachsene ist es, Barrieren abzubauen, die Selbstständigkeit zu fördern und die soziale Integration der Betroffenen zu unterstützen, sodass sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können.
F
Fachkonferenz
Gremium, das sich aus Mitgliedern der Sozialraumkonferenzen, der Koordinierungsstelle, dem Kreis Nordfriesland, dem GPV (gemeindepsychiatrischer Verbund) und dem KVN (Kooperationsverbund Nord) zusammensetzt und die Inhalte und Finanzen der sozialraumorientierten Eingliederungshilfe steuert.
G
GPV NF (gemeindepsychiatrischer Verbund)
Der gemeindepsychiatrische Verbund (GPV NF) ist ein freiwilliger, regionaler Zusammenschluss, der an der psychiatrischen Versorgung im Kreis Nordfriesland beteiligten Einrichtungen, Dienste und Verbände der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege.
I
Inklusion / inklusiv
Inklusion bedeutet, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrem Hintergrund oder ihren Unterschieden, gleichberechtigt an allen Lebensbereichen teilhaben können. Es geht darum, Barrieren abzubauen und eine Umgebung zu schaffen, in der sich jeder willkommen und akzeptiert fühlt.
Der Begriff „inklusiv“ beschreibt etwas, das auf Inklusion ausgerichtet ist. Zum Beispiel kann eine inklusive Schule so gestaltet sein, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen gemeinsam lernen und sich wohlfühlen.
K
KVN (Kooperationsverbund Nord)
Der Kooperationsverbund Nord (KVN)ist ein freiwilliger, regionaler Zusammenschluss der Leistungserbringer, die Leistungen zur sozialen Teilhabe und zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung im Kreis Nordfriesland anbieten. Der Zusammenschluss umfasst Leistungserbringer der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege gleichermaßen, unabhängig von deren Zugehörigkeit zu einem Landesverband.
L
leistungsberechtigte Person
Der leistungsberechtigte Personenkreis der Eingliederungshilfe umfasst Menschen mit Behinderungen, die wesentlich in der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt sind oder von einer solchen wesentlichen Behinderung bedroht sind. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat das Ziel, das Verständnis von Behinderung in die Regelungen des leistungsberechtigten Personenkreises einfließen zu lassen.
R
Ressourcen
Ressourcen sind die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und nutzbaren Gegebenheiten entweder
- in einem sozialen Raum oder
- eines bestimmten Menschen (= leistungsberechtigte Person).
Ressourcen – sozialer Raum
Die Ressourcen eines bestimmten sozialen Raums bezeichnen die Gesamtheit der vorhandenen bzw. erschließbaren Möglichkeiten, d.h. der Aktivitäten, Projekte und Anlaufstellen.
Ressouren – Mensch (= leistungsberechtigte Person)
Die Ressourcen eines Menschen (= leistungsberechtigte Person) bezeichnen die Gesamtheit ihrer vorhandenen und nutzbaren Eigenschaften, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Möglichkeiten sowie die stärkenden Faktoren der Person selbst und ihres unmittelbaren Umfelds.
Hilfreich ist dabei die Unterteilung in 4 verschiedene Ressourcenbereiche (üblicherweise dargestellt als Ressourcenkreuz/Ressourcenkarte):
- persönliche
- soziale
- materielle
- infrastrukturelle (sozialräumliche) Ressourcen
einer leistungsberechtigten Person.
S
Sozialraum
Ein Sozialraum ist ein Ort oder Gebiet, in dem Menschen leben und interagieren, wobei soziale und räumliche Aspekte miteinander verbunden sind. Der Sozialraum ist nicht nur eine geografische Einheit, sondern wird auch durch soziale Prozesse, die Art und Weise, wie Menschen den Raum wahrnehmen und nutzen, sowie durch individuelle Lebensumstände geprägt.
Sozialraumorientierung
… ist ein Konzept, das in der Sozialen Arbeit und Sozialpolitik verwendet wird. Es zielt darauf ab, die Lebensbedingungen und Bedürfnisse von Menschen in ihrem sozialen Umfeld zu verstehen und zu berücksichtigen. Dabei wird der soziale Raum als ein dynamisches System betrachtet, das aus verschiedenen Faktoren wie Nachbarschaft, Gemeinschaft, Institutionen und sozialen Netzwerken besteht.
Das Hauptziel der Sozialraumorientierung ist es, die Ressourcen und Potenziale der Menschen und ihrer Umgebung zu nutzen, um individuelle und gemeinschaftliche Probleme zu lösen. Anstatt nur auf die individuellen Bedürfnisse von Klienten einzugehen, wird der gesamte soziale Kontext betrachtet. Dies fördert die Teilhabe der Menschen an ihrer Gemeinschaft und stärkt die sozialen Beziehungen.
In der Praxis bedeutet dies, dass Fachkräfte der Sozialen Arbeit eng mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Lebensqualität zu verbessern. Es geht darum, die Menschen als aktive Akteure in ihrem sozialen Raum zu sehen und sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
T
Teilhabe
Teilhabe bedeutet, dass Menschen aktiv und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Es umfasst die Möglichkeit, Beziehungen zu knüpfen, sich an Aktivitäten zu beteiligen und Entscheidungen mitzutreffen, die das eigene Leben und die Gemeinschaft betreffen. Soziale Teilhabe ist ein wichtiger Aspekt für die Lebensqualität und das Wohlbefinden jedes Einzelnen und wird durch verschiedene Faktoren wie Barrierefreiheit, soziale Beziehungen und Unterstützung beeinflusst.
V
Vorfeld-Arbeit (auch: Fall-Vorfeld-Arbeit)
Vorfeld-Arbeit ist eine zeitlich begrenzte Leistung außerhalb der Fallarbeit. Fachkräfte prüfen als Teilhabe-Lotsen die Verfügbarkeit von unterstützenden Angeboten, die außerhalb der EGH genutzt werden können.